Palais Dietrichstein > Laufende Ausstellungen > Kelten, Brünn und Sterne

Kelten, Brünn und Sterne

10. 11. 2021 - 3. 7. 2022

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 9-17 Uhr, Samstag 10-17 Uhr, Sonntag 13-17 Uhr

Eintritt: regulär 70 CZK, ermäßigt 35 CZK, Familie 150 CZK

 

Sterne scheinen über Brünn und seine reiche Geschichte wird geschrieben seit Jahrtausenden. Ihr Zuhause unter diesen Sternen fanden auch die Kelten, was die Entdeckung ihrer Nekropole in Brünn-Malmeritz belegt, die in die Jahre 380 – 250 v. Chr. datiert ist. Dieses Gräberfeld, das im Jahre 1941 beim Aufbau des Brünner Güterbahnhofs entdeckt wurde, gehört mit seinen beinahe 90 Gräbern zu den größten keltischen Nekropolen in Mähren.


Internationalen Ruhm erlangte diese Nekropole dank dem Fund der Garnitur von Bronzebeschlägen – ursprünglich auf einer hölzernen Unterlage angebracht und anschließend  in die Form einer eleganten Fußvase mit Ausguss, Henkel und Deckel rekonstruiert. Auf einzelnen Komponenten sind Grundelemente  der keltischen Kunst verwendet - zoomorphe, anthropomorphe und pflanzliche Motive. Am interessantesten und für die Interpretation des Funds am wichtigsten sind die Augen auf Seitenbeschlägen  der Kanne. Ihre Verteilung stellt nach der Hypothese von Prof. Václav Kruta  die Sternbilder Stier und Sommerdreieck dar, die zur Zeit der Winter- bzw. Sommersonnenwende auf dem Himmel über Brünn zu sehen sind. Es geht also um eine stilisierte Sternkarte über Brünn.

Die sog. Malmeritzer Kanne kann eindeutig als ritueller Gegenstand interpretiert werden, der bei Zeremonien oder Mysterien an heiligen Stellen verwendet wurde. Sie kann ohne Zweifel als eines der ikonischen Meisterwerke  der keltischen Kunst bezeichnet werden. Sowohl durch ihre äußerliche Gestaltung als auch die innere symbolische Bedeutung trägt sie eine tiefe Botschaft der keltischen geistigen Welt, derer effektvoller, wirksamer und vor allem unentbehrlicher Ausdruck sie war.

 
vyrobila www.omegedesign.cz